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Aktualisiert: vor 57 Minuten 23 Sekunden

Harald Walach bekrittelt das Homöopathie-Papier der EASAC – mit schlechten Argumenten

Mi, 13. 12. 2017

Prof. Harald Walach findet man nach seinem Abschied von der Viadrina mittlerweile an der Karol-Marcinkowski-Medizinische-Universität Posen.

Daneben schreibt er weiterhin seltsame Kommentare vom wissenschaftlichen Holzweg aus, zum Beispiel über Glyphosat oder über geheimnisvolle Zusammenhänge zwischen PISA-Ergebnissen und Fischkonsum.

Natürlich äußert Walach sich auch zum Verdikt der europäischen Wissenschaftsakademien in Sachen Homöopathie.

Heute hat Dr. Norbert Aust ihm eine ausführliche Erwiderung zugeleitet.

Kurz gesagt:

Nein, die Stellungnahme und die Forderungen des EASAC haben Sie nicht widerlegt.”

Zum Weiterlesen:

  • Zur Kritik von Professor Walach zum Positionspapier der EASAC zur Homöopathie, Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie am 13. Dezember 2017
  • Urteil des Wissenschaftlichen Beirats der Europäischen Akademien zur Homöopathie, INH am 22. September 2017
  • Reaktionen auf das Positionspapier der EASAC – europaweit und mit Natalie Grams, INH am 7. Oktober 2017
  • Offener Brief an den DZVhÄ in Bezug auf die EASAC-Stellungnahme, INH am 21. Oktober 2017
  • Geheimnisvolle Zusammenhänge: Fischkonsum und PISA-Ergebnisse, Gesundheits-Check am 2. Dezember 2017

Video: Professor Uwe Kanning über die Deutung der Blickrichtung beim NLP

Di, 12. 12. 2017

Für den aktuellen Skeptiker (4/2017) hat Professor Uwe Kanning die Titelgeschichte über “Computertechnologie in der Personalauswahl” geschrieben.

In seinem Youtube-Kanal “15 Minuten Wirtschaftspsychologie” befasst Kanning sich aktuell mit einem “grundlegenden Mythos des Neurolinguistischen Programmierens”:

Die Deutung der Blickrichtung. Hier wird gezeigt, warum sie nicht seriös ist.”

Zum Weiterlesen:

Techniker Krankenkasse will mit Homöopathie-Kritikern weiter „im Dialog bleiben“

Di, 12. 12. 2017

Soeben bei Stern-Online erschienen: ein Interview mit Dr. Natalie Grams zum Cancelling des Homöopathie-Gesprächs zwischen TK und INH.

Die Techniker Krankenkasse nennt als Grund für die Absage “die Social Media-Aktivitäten” des INH:

Nichtsdestotrotz sind wir weiterhin mit der INH im Dialog.”

Das ist uns zwar neu, aber “wir stehen gerne zur Verfügung” (Grams).

Zum Weiterlesen:

  • Streit um Homöopathie: “Wir beide wissen, dass das nur Zuckerkugeln sind”, Stern-Online am 12. Dezember 2017
  • Angst vor Fakten? Krankenkasse sagt Homöopathie-Gespräch ab, GWUP-Blog am 8. Dezember 2017
  • Streit um Erstattung: Krankenlasse lädt Homöopathie-Kritiker wieder aus, Welt-Online am 8. Dezember 2017

Akupunktur: Alt ist eben nur alt

Mo, 11. 12. 2017

In keiner Diskussion über “Alternativmedizin” fehlt die Behauptung, Akupunktur sei doch schließlich wirksam und anerkannt.

In einer zweiteiligen Serie beschäftigt sich der Susannchen-Blog mit der Nadel-Methode:

Im Kern ist es wie bei der Homöopathie: Eine Scheinmethode ohne nachvollziehbare Grundlage „wirkt“ – tut dies aber nur durch Begleiteffekte, die in diesem Fall durch eine stark suggestive Komponente oft deutlich verstärkt werden.

Was inzwischen auch als gesichert gilt, ist eine weitaus höhere Empfänglichkeit für solche Kontexteffekte und Suggestionen in den Herkunftsländern von Methoden wie der Akupunktur, wo sie zum soziokulturellen Kontext gehören.”

Zum Weiterlesen:

  • Skepkon 2013: Die Akupunktur kritisch betrachtet, GWUP-Blog am 21. Mai 2013
  • Sticheleien gegen den “Vater der Akupunktur”, GWUP-Blog am 30. Juli 2010
  • Akupunktur – die Story (1), Susannchen braucht keine Globuli am 10. Dezember 2017
  • Nadelstichtaktik, Spiegel-Wissen 4/2013
  • “Akupunktur” bei Psiram
  • Argument: “Homöopathie ist altes Wissen”, INH am 19. Januar 2017

„Der Zufall, das Universum und du“ als Wissenschaftsbuch des Jahres nominiert

Mo, 11. 12. 2017

Florian Aigners Erstling “Der Zufall, das Universum und du” ist für die Wahl zum Wissenschaftsbuch des Jahres in Österreich nominiert worden.

Abstimmen kann man (auch aus Deutschland) noch bis zum 8. Januar hier.

Zu gewinnen gibt’s auch was.

Zum Weiterlesen:

  • Vortragsvideo: Florian Aigner über „Der Zufall, das Universum und du“, GWUP-Blog am 15. Juli 2017
  • Florian Aigner: Der Zufall, das Universum und du. Brandstätter-Verlag, 248 Seiten, 22,90 €
  • Zufälle gibt’s überall: Beim Lotto, in Lourdes und im Labor von Parapsychologen, GWUP-Blog am 1. Januar 2017
  • Dem Zufall eine Chance: Florian Aigner im Deutschlandfunk, GWUP-Blog am 8. September 2017
  • Wie viel Einfluss haben wir auf unser Schicksal? Süddeutsche am 24. Januar 2017
  • Rezension „Der Zufall, das Universum und du“ von Florian Aigner, Wissen bloggt am 4. Januar 2017
  • “Der Zufall, das Universum und du”: Madonna heilt nur zufällig, Zeit-Online am 9. Januar 2017
  • Der Zufall, das Universum und du, na klar am 3. Februar 2017

Was wäre, wenn die Erde flach ist – und andere Planspiele zu Verschwörungstheorien

So, 10. 12. 2017

Nettes Video zu einer interessanten Frage:

Und die Journalistin Hanna Zobel berichtet von einem Workshop der Friedrich-Ebert-Stiftung zum Thema Verschwörungstheorien:

So lustig die Diskussion auch war – sie hat mich zum Nachdenken gebracht. Darüber, wie mich komplexe Probleme wie Klimawandel, Sexismus oder der politische Rechtsruck zur Verzweiflung bringen.

Darüber, warum Menschen sogar von Theorien überzeugt sind, die sich sehr einfach widerlegen lassen. Und darüber, wie auch ich mich mitunter von Informationen beeinflussen lasse.

Doch einfach Lösungen gibt es leider nicht.”

Zum Weiterlesen:

  • Wie ich zur Verschwörungstheoretikerin wurde … zumindest einen Tag lang, bento am 8. Dezember 2017
  • Die Flacherdler: Was sind das für seltsame Leute? GWUP-Blog am 1. Dezember 2017
  • Apsidendrehung: Flacherdler fragen – Skeptiker antworten, GWUP-Blog am 7. Oktober 2017
  • What If the Earth Suddenly Turned Flat? Gizmodo am 19. Juni 2017
  • What Would Happen If TheEarth Were Flat? IFL am 8. Dezember 2014
  • Flyer verteilen mit jugendlichen Verschwörungstheoretikern: Ein Trauerspiel in 5 Akten, watson am 10. Dezember 2017
  • Verschwörungstheorien: Ausgetauschte Völker und Kinderpornos in der Pizzeria, Süddeutsche am 5. Dezember 2017
  • Lachkampf, brand eins 12/2017

Am Sonntag in München – und als Interviewpartner im neuen Skeptiker: die „Science Busters“

Fr, 08. 12. 2017

Am Sonntag (10. Dezember) treten die “Science Busters” in München im Lustspielhaus auf – um 14 Uhr und um 20 Uhr.

Zum zehnjährigen Bühnenjubiläum haben wir mit der “Kelly Family der Naturwissenschaft” ein Interview für den Skeptiker (4/2017) geführt, der heute erschienen ist.

Ein Auszug:

Skeptiker: Ihr seid mittlerweile zu siebt. Wie wird man eigentlich „Science Buster“?

Martin Puntigam: Das, was heute als die „Science Busters“ auf der Bühne steht, geht noch auf das Mitwirken von Heinz Oberhummer zurück. Vor mehr als drei Jahren hatten wir angefangen, Leute anzusprechen, mit denen wir gerne zusammenarbeiten würden. Denn es war damals klar, dass Werner Gruber bald aussteigen und Heinz sich mehr und mehr zurücknehmen würde.

Auch thematisch waren wir nach sieben Jahren Physik so ziemlich mit allem durch, während es in der Biologie und Astronomie viele neue und interessante Dinge zu erzählen gab. Natürlich hätten sich Heinz und Werner das aneignen können – aber warum nicht gleich die Leute auf die Bühne bitten, die sich damit auskennen?

2015 sind wir dann erstmals mit Florian Freistetter aufgetreten, der auch schon am Buch „Das Universum ist eine Scheißgegend“ mitgearbeitet hatte. Zu dieser Zeit nahmen wir außerdem Kontakt zu Helmut Jungwirth, Gunkl, Martin Moder und Peter Weinberger auf. Einzig Elisabeth Oberzaucher habe ich erst nach Heinz‘ Tod kontaktiert.”

Beim „Skeptical“ der GWUP im Mai in Berlin konnte man den Eindruck gewinnen, dass der Übergang zur neuen Besetzung relativ problemlos vonstattenging. War dem so?

Puntigam: Das Schwierige daran war, dass es so schnell gehen musste. Der Tod von Heinz Oberhummer im November 2015 kam ja völlig überraschend.”

Bei unserem ersten Interview mit den „Science Busters“ im Jahr 2010 sprach Professor Oberhummer noch darüber, dass er während seiner aktiven Zeit an der Universität nahezu unmöglich als Wissenschaftskabarettist hätte auftreten können – es sei denn, man möchte den Karrieretod riskieren. Hat sich das geändert?

Helmut Jungwirth: Es gibt schon noch viele Alteingesessene, die meinen, ich sei jetzt wohl so eine Art Clown geworden. Das ist natürlich falsch, denn auch im Kabarett müssen Wissenschaftler noch als solche wahrgenommen und dürfen nicht ins Lächerliche gezogen werden. Aber diese Leute wird man auch nicht mehr bekehren können.

Das Gros der Kolleginnen und Kollegen jedoch findet das prima, was wir machen. Und viel wichtiger: Die „Science Buster“ haben einen hervorragenden Ruf bei den Studierenden. Das sind die zukünftigen Wissenschaftler, und bei denen wird Wissenschaftskommunikation eine viel größere Rolle spielen als heute.”

Florian Freistetter: Dass manche Leute im akademischen Bereich die „Science Busters“ immer noch blöd finden, liegt auch weniger an unserem mangelnden Renommee, sondern ist ein grundsätzliches Problem der Akzeptanz von Wissenschaftskommunikation. Das Reden mit der Öffentlichkeit hat für den einen oder anderen Wissenschaftler immer noch etwas Anrüchiges.

Man schreibt allenfalls für ein hochrangiges Laienmedium wie die FAZ oder Spektrum der Wissenschaft – aber Fernsehen oder Bühne, das geht gar nicht. Da setzt man sich schnell dem Verdacht aus, man wolle sich produzieren.

In der Zeit, als ich viel an der Uni gearbeitet habe, bin ich häufig mit der Frage konfrontiert worden, ob ich denn neben dem Bloggen überhaupt noch Zeit für meine Forschungsaktivitäten hätte. Warum heißt es nicht mal umgekehrt: Hast du überhaupt noch Zeit für Öffentlichkeitsarbeit, wenn du ständig im Labor stehst?

Das ändert sich erst langsam, weil die Unis und die Geldgeber erkennen, dass es genauso wichtig ist, die Forschung auch nach außen zu tragen.”

Der Skeptiker kann hier bestellt werden. Einzelseiten aus dem neuen Heft gibt es demnächst hier zu kaufen.

Zum Weiterlesen:

Angst vor Fakten? Krankenkasse sagt Homöopathie-Gespräch ab

Fr, 08. 12. 2017

Da wir wissen, dass Sie Fakten und die besseren Argumente haben, sehen wir uns leider gezwungen, vom Treffen Abstand zu nehmen.“

War das der Grund, wie ein Kommentator vermutet?

Jedenfalls ist das für heute Abend geplante Gespräch von Vertretern des INH mit einer großen deutschen Krankenkasse nach langem Vorlauf ohne nachvollziehbare Begründung abgesagt worden.

Eine Presseerklärung des INH gibt es hier:

Wir bedauern die Absage außerordentlich, denn die von vielen Seiten zum Teil sehr emotional geführte Diskussion um die Homöopathie hätte davon profitieren können, wenn einzelne Parteien sich zu einem konstruktiven Gespräch hätten finden können.

Insofern möchten wir die Hoffnung ausdrücken, dass es vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt nach kasseninterner Klärung der Positionen doch noch zu einem Gespräch kommen könnte.

Wir stehen hierfür jederzeit zur Verfügung, werden sonst aber auch andere Wege finden, um unserer Position Nachdruck zu verleihen.“

Nichtsdetotrotz ist heute in der Welt (und bei Welt+) ein Interview mit Dr. Christian Lübbers zu der Thematik erschienen.

Ein Auszug:

Welt: Andere Länder rücken von der Homöopathie ab, aber in Deutschland tut sich wenig.

Lübbers: Es tut sich bisher eigentlich gar nichts.

Warum nicht?

Die Krankenkassen sind nicht gewillt, diese Doppelmoral freiwillig zu beeenden.

Natürlich wissen auch die Krankenkassen, dass Homöopathie nicht wirkt. Aber sie hören auf Umfragen, die sagen, dass die meisten Deutschen der Homöopathie positiv gegenüberstehen.

Würden wir uns nicht alle eine authentische, seriöse Krankenkasse wünschen?

Eine Krankenkasse, die uns den Unterschied zwischen Homöopathie und Naturheilkunde erklärt? Eine Krankenkasse, die erklärt, warum Homöopathie nicht wirkt und erstattet wird, und stattdessen mal eine Kur mehr bewilligen? Eine Krankenkasse, die klare Kriterien für eine Erstattung hat?

Auch als Gesundheitskasse mit mehr Ethik und weniger Marketing könnte man Mitglieder werben.”

Zum Weiterlesen:

  • Studie: Höhere Kassen-Ausgaben bei Homöopathie, DAZ.online am 22. September 2017
  • Pressemitteilung: Gespräch mit INH-Vertretern von Krankenkasse kurzfristig abgesagt, Informationsnetzwerk Homöopathie am 8. Dezember 2017

Die perfide Methodik der Alternativmedizin: DocCheck über das Buch von Natalie Grams

Do, 07. 12. 2017

Heute bei DocCheck: eine ausführliche Rezension des neuen Buchs von Dr. Natalie Grams.

Fazit:

Wer profitiert vom Buch? Auf alle Fälle Laien, die sehen, mit welch perfider Methodik Alternativmediziner pseudowissenschaftliche Theorien entwickelt haben. Ob sie sich mit der schweren Kost auseinandersetzen möchten, wird sich zeigen.”

Morgen (Freitag, 8. Dezember) erscheint in der Welt (heute schon bei Welt+) ein Interview mit Dr. Christian Lübbers über die Krankenkassenwerbung für Homöopathie.

Abends sprechen dann Dr. Lübbers, Dr. Natalie Grams und Dr. Norbert Aust persönlich bei einer großen Kasse zum Thema vor.

Zum Weiterlesen:

  • Homöopathie: Gramsnegative Erregung, DocCheck am 7. Dezember 2017
  • „Homöopathie neu gedacht“ von Natalie Grams: Zweite Auflage, neuer Preis, neues Vorwort, GWUP-Blog am 28. November 2017
  • Natalie Grams: Gesundheit! Ein Buch nicht ohne Nebenwirkungen. Springer, Heidelberg 2017, 338 Seiten, 19,99 Euro
  • Natalie Grams: Die Ketzerin, brandeins 9/2016
  • Jetzt als eBook: “Gesundheit!” von Natalie Grams, GWUP-Blog am 4. Oktober 2017
  • Was haben Sie gegen Alternativmedizin, Frau Grams? Spiegel-Online am 13. Oktober 2017
  • „Krankenkasse ohne Homöopathie“: Jetzt Fragen und Kommentare dazu twittern, GWUP-Blog am 5. Dezember 2017

Lustvoll gebären mit Hilfe des Beobachter-Effekts

Do, 07. 12. 2017

Apropos Physik vs. Esoterik:

Dr. Holm Hümmler schreibt heute über den “Beobachtereffekt”, mit dem zum Beispiel einige Parapsychologen “Telekinese” erklären. Oder eine Hebamme das Konzept des “lustvollen Gebärens”.

Nun ja.

Der Beobachtereffekt [hat] nichts, absolut gar nichts, mit dem eigentlichen Akt des Beobachtens, der Person oder gar dem Bewusstsein des Beobachters zu tun hat. Er entsteht einfach nur dadurch, dass man eine Wechselwirkung mit der Außenwelt braucht, um überhaupt etwas beobachten zu können […]

Aus heutiger Sicht können solche Diskussionen nur entstehen, wenn man versucht, quantenmechanische Effekte mit den denkbar ungeeigneten Begriffen unseres Alltags zu beschreiben.”

Zum Weiterlesen:

  • Missverquanten (1): Der Beobachtereffekt, Relativer Quantenquark am 7. Dezember 2017
  • Physik vs. Esoterik: Energie, Schwingungen und das “Wassergedächtnis”, GWUP-Blog am 3. Dezember 2017
  • Holm Hümmler: Relativer Quantenquark – Kann die moderne Physik die Esoterik belegen? Springer-Verlag, Berlin Heidelberg 2017, 234 Seiten, 19,99 €
  • Es klappt nur, wenn niemand hinsieht, naklar am 19. August 2017